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Heidentum

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Heidentum Artikel

Der Ausdruck Heidentum und der Begriff Heide werden in verschiedenen kultur- und religionsgeschichtlichen Zusammenhängen benutzt. Er kann nennen

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Das Seidhr Handbuch. Eine Einführung Nordischer Schamanismus Der Autor hat sich in dem Gegensatz zu vielen anderen in dem Bereich des Schamanismus/Magie die Mühe gemacht, sich nicht ca. auf total veraltete Forschungsergebnisse zu stützen. Die persönlichen Ideen des Autors sind in ein solides Fundament aus Wissen und Praxis eingebettet. Anfänger auf dem Gebiet sollten aber erst einmal ein...

Etymologie

Etymologisch wird er der Begriff von germanisch haithio (unbebautes, wildgrünendes Land, Waldgegend, Heide) abgeleitet . Die englische Entsprechung ist heathen oder pagan, von lat. paganus (Bewohner des unbebauten Landes). Da die Landbevölkerung zuletzt vom Christentum erreicht wurde, wurde die Nennung für die Landbevölkerung auch zur Nennung von Nichtchristen. Bereits in der christlichen Antike wurde das Wort paganus in der Bedeutung von Nichtchrist benutzt.

Buch-Tipp: Das heilige Fest Spitzenklasse Fritz Steinbock hat mit seinem Buch endlich ein Standardwerk für alle traditionell germanischen Heiden herausgebracht. Endlich ein Buch ohne Guru- Getue und esoterisch- pseudowissenschaftliche Hirngespinnste. Das Buch liefert sachlich und pragmatisch Vorschläge, die sich ausschließlich an wissenschaftlich nachweisbare Grundlagen...

klassisches Heidentum

Die Juden unterschieden zwischen dem Volk Israel und den Gojim (Einzahl Goj ), was in der Septuaginta mit ΕΘÎ?ΟΣ (ethnos) übersetzt wurde. Gojim war für die Juden mit der Vorstellung von Götzendienst und sittlicher Verdorbenheit verbunden.

Die Griechen hatten die zuerst wertfreie, mit der Zeit abwertender werdende Nennung ΒΑΡΒΑΡΟΣ barbaros für fremde, (nicht unbedingt weniger gebildete) Völker, Barbaros bezieht sich auf die Unverständlichkeit der fremden Sprachen („Bar bar“ entspricht ungefähr dem heutigen „Bla bla“). Aber auch ΕΘÎ?ΟΣ (ethnos, eigentlich: Volk), wurde in dem Sinn von Ausländer, Nichtgrieche ebenfalls abwertend benutzt.

Im Neuen Testament wird der Begriff ΕΘÎ?ΟΣ (ethnos = Nationen) häufig in dem alttestamentlichen Sinn für Nichtjuden benutzt. Er kann aber auch die neutrale Bedeutung Volk (einschließlich Israel) haben. Bei Apostel Paulus sind damit häufig die Anhänger des griechischen und römischen Polytheismus gemeint, in einigen Fällen aber auch zu dem Christentum bekehrte Nichtjuden. Es wird unterschieden zwischen Judenchristen (zum Christentum bekehrten Juden) und Heidenchristen (zum Christentum bekehrten Anhänger ursprünglicher einheimischer Religionen). Paulus von Tarsus genannt sich als Apostel der Heiden (Nationen) - er ist also beauftragt, Nichtisraeliten zu lehren.

Im Christentum wird das Heidentum außerhalb der eigenen Kultur lokalisiert, als Aberglaube abgetan oder zu dem Missionsobjekt.

Auch der Islam unterscheidet zwischen den Religionen des Buchs (Christentum und Judentum), denen ein eingeschränktes Wissen und eine gewisse Toleranz zugestanden wird und den Ungläubigen , die zu bekehren und der Herrschaft des Islam zu unterwerfen sind. In der Kultur der islamischen Länder gibt es einige Beispiele von Epochen des friedlichen Zusammenlebens zwischen Angehörigen ganz verschiedener Religionen, die Tür an Tür miteinander lebten.

Buch-Tipp: Der Jahreskreis. Den Rhythmus der Natur als unsere Kraftquelle nutzen Wunderschönes Buch Bis jetzt ist mir kein besseres untergekommen; es ist umfassend und dabei doch nicht so ausufernd geschrieben, wie bei manchen anderen Titeln zu dem Thema (wo man soviele Vorschläge pro Monat/Feiertag usw. präsentiert bekommt, das es einen schlichtweg erschlägt). Es wird auf die Bedeutung der Jahreszeiten eingegangen, was sie...

Für eine Wesensbeschreibung der klassischen Heiden aus ihrem Selbstverständnis heraus scheint die Nennung heute nicht mehr sinnvoll. Zur Selbstbezeichnung wurde der Begriff am Beginn und nochmals am Ende des 20. Jahrhunderts, als in dem Zuge einer allgemeinen Neubewertung der Natur das Heidentum als Glaubens- und Lebenspraxis wiederentdeckt wurde. Die sogenannten Neuheiden nehmen heidnisches, häufig animistisches Brauchtum, Rituale, und Traditionen vorchristlicher Kulturen der eigenen Region oder fremder Naturreligionen (Animismus), vor allem der keltischen Überlieferung, unter den Bedingungen heutiger Kultur wieder auf. Sie werden heute noch häufig eher der esoterischen Szene (Esoterik) und / oder animistischen Sekten zugeordnet. Allerdings ist seit 1973 heidnische Religion (Asatru) in Island wieder eine staatlich anerkannte Religion. Auch in Norwegen und Dänemark ist Asatru heute offiziell anerkannt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland wurde von den Machthabern, insbesondere von Himmler und dessen Frau das (germanische) Heidentum glorifiziert und anti-semitisch verklärt; vorherrschend blieb aber in der NS-Hierarchie eine christliche Ausrichtung und auch heidnische Gruppierungen wurden während der NS-Zeit verfolgt. So urteilte etwa der NS-Chefideologe Alfred Rosenberg über die matriarchalisch/heidnische Philosophie von Ludwig Klages, dies sei „ungefähr das tollste, was sich ein sektiererisches Gehirn auszudenken vermag“ [Alfred Rosenberg: Gestalt und Leben. Halle 1938.]

Die heute übliche Nennung für Weltanschauungen außerhalb der großen Weltreligionen und aufgeklärter Weltanschauungen ist Animismus oder Naturreligion.

Buch-Tipp: Der alte Pfad. Wege zur Natur in uns selbst Naturmagie, wie sie sein sollte! Ich habe mich lange zeit mit dem alten weg auseinandergesetzt, aber stets wieder wurden mir richtlinien und thesen aufgedrückt, die mir unlogisch oder vollkommen falsch erschienen, da darauf beharrt wurde, es entweder "so" zu machen oder gar nicht. dieses buch ist anders. die zentrale botschaft lautet: gehe nach...

Hochfeste

Bestimmte neuheidnische Gruppen in Mitteleuropa haben aus verschiedenen Quellen einen eigenen Festkalender entwickelt. Als Hochfeste (gelegentlich auch Sabbate) werden von ihnen die folgenden hohen Feiertage in dem Jahreskreis genannt:

Datum (Zirka-Angabe)¹germanisch keltisch/Wicca Anmerkungen Sonnen-/Mondfest²
27. - 31.10 Winternacht Samhain -
Heidentum Beschreibung
21. - 23.12 Jul, Mittwinter keine keltische Entsprechung Wintersonnenwende
Heidentum Beschreibung
2. - 5.02 Fasnacht Imbolc , Brigid Ursprung des heutigen Karnevals
Heidentum Beschreibung
19. - 23. März Ostern keine keltische Entsprechung Ursprung des heutigen Osterfests, Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche
Heidentum Beschreibung
um den 1.05 herum (je nach Vollmondstand) Maifest , Hohen Maien Beltane -
Heidentum Beschreibung
20. - 23.06 Mittsommer Litha ³ traditioneller Termin für das Allþing Sommersonnenwende
Heidentum Beschreibung
31.07 - 1.08 Leinernte Lammas , Lughnasadh -
Heidentum Beschreibung
20. - 23.09 Herbstfest Mabon ³ Herbst-Tag-und-Nachtgleiche
Heidentum Beschreibung

Legende:
¹) Die Termine richten sich traditionell nachdem Stand von Sonne (Äquinoxen, Sonnenwenden) und Mond (Vollmond) und sind so nie eindeutig an festen Terminen in dem Jahr festzulegen.
²) Heidentum Beschreibung genannt ein Sonnenfest, z.B. an einem Äquinoktikum oder einer Sonnenwende, Heidentum Beschreibung genannt ein Mondfest an einem Vollmondtermin
³) die keltischen Feiertage Litha und Mabon sind nicht unumstritten, da es eigentlich keine überlieferten Hochfeste an Sonnenterminen in dem keltischen Kalender gab. Nichtsdestotrotz sind diese sowie die ursprünglich germanischen Feste Jul und Ostara in vielen Wiccazirkeln nicht weniger beliebt als die überlieferten Festtermine Samhain, Imbolc , Beltane und Lughnasadh .

Buch-Tipp: Der germanische Götterglaube. Asatru - eine moderne Religion aus alten Zeiten Guter und interessanter Überblick! Das Buch bietet alles was man zu dem Verständnis des Germanischen Götterglaubens benötigt. Sehr hilfreich ist der übersichtliche Aufbau. Das Buch bietet einen detailierten Einblick in Rituale sowie deren Sinnhaftigkeit. Die anregende Gestaltung des Buches sowie der unkomplizierte Schreibstil machen es einfach...

Siehe auch

Buch-Tipp: Der germanische Götterhimmel. Kommt auf den eigenen Schwerpunkt an. . . Für mich ist dieser Band so etwas wie das "Best of" des "Germanischen Götterorakel" (einer Art "nordischen" Tarot) und dem Buch "Weltenesche - Eschenwelten". Anders als in dem Buch sind die Bilder hier allerdings großformatig farbig. Ich empfehle einmal kurz bei Amazon auf das "größere Bild" klicken und...

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